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- Blutpakt der Schatten - Band 3
Blutpakt der Schatten - Band 3
Inhaltsangabe
Der Traum war jede Nacht derselbe, und jede Nacht ein Stück länger. Sophie steht am Ende eines Gangs, der kein Ende hat, und weit vorn steht Alexander mit dem Rücken zu ihr, so wie in der letzten Nacht in den Katakomben, so wie in jeder Nacht seit dem Winter. Er dreht sich nicht um. Er hebt nur die Hand, kurz, als wolle er sie aufhalten, und sagt ein Wort — und die Betonung ist nicht seine, sondern die von etwas, das durch ihn hindurchspricht wie durch eine dünne Wand. Gefahr. Sie wacht auf und weiß, bevor sie die Augen öffnet, dass es kurz vor vier ist und dass der Anhänger warm sein wird. Nicht wie ein Stück Silber, das die Wärme eines Zimmers annimmt. Wärmer. Wie eine Hand, die man seit vier Monaten hält und die nicht kälter wird. Sie schläft in der Werkstatt, auf der Pritsche unter den Trockenhaken, die dritte Nacht in dieser Woche, weil sie im Schlaf redet und Lukas nicht wecken will. Das ist die Wahrheit, die sie sich erzählt. Die andere ist, dass sie den Anhänger nicht neben ihm auf den Nachttisch legen möchte, warm, während er atmet und nichts davon weiß. Die dunkle Linie läuft inzwischen bis über den Ellbogen. In Lindau war sie bis zum Handgelenk. In den Katakomben, in der Nacht, in der Alexander seinen Namen in den Stein geschnitten hat, ist sie über den Unterarm gewachsen, und dann, langsam, über den Winter, bis zur Schulter. Die Finger gehen wieder, fast. Schreiben kann sie nur noch mit links. In der Bibliothek des Klosters erwartet Weber sie inzwischen immer, seit er im Winter aufgehört hat, ein Türhüter zu sein, und angefangen hat, ein Mitwisser zu werden — und ein Mitwisser macht mehr Angst, weil er weiß, was hinter der Tür liegt. Vor ihm liegt das Verzeichnis der Wächter, in das seit Jahrhunderten jeder eingetragen wurde, der die Tür gehalten hat, und in das er im Winter mit eigener Hand einen letzten Namen geschrieben hat. „Es ist nicht der Anhänger“, sagt er. „Den kennen wir. Es ist etwas Neues.“ Und Sophie erzählt ihm, dass sie seit ein paar Nächten im Schlaf einen Namen sagt, den sie nicht kennt. Lukas sagt, er klingt alt. Dritter und letzter Band. Die Trilogie endet an der Frage, die sie eröffnet hat: was man einem zurückgeben kann, der bereits alles gegeben hat.