- Romane
- /
- Linien der Sippe: Ewiger Drakkar 3
Linien der Sippe: Ewiger Drakkar 3
Inhaltsangabe
Im Frühjahr hat Hanna Berger eine Naht geschlossen, von der alle sagten, es gehe nicht. Dafür standen hundertvierunddreißig Leute aus zwei Dörfern an einem Tau und zählten laut, und sie hat sieben Jahre bezahlt. Geblieben ist ein Streifen toten Grases quer über den Platz von Skjoldheim. Und seit dem September eine zweite, dünnere Linie, die ihn in einem Winkel kreuzt, von Nordosten nach Südwesten, aus dem Meer heraus und in die Berge hinein. Niemand hat diese Linie gelegt. Sie wird eine Handbreit im Monat breiter. Hanna misst sie alle neun Tage und schreibt auf, was sie in ihr findet. Eine Dolle aus einem hellen Metall, mit einer Kante, die kein Schmied dieser Welt gemacht hat. Einen Schuh, dessen Sohle an der Ferse eine Zahl trägt. Ein Stück Segeltuch, nass von Salzwasser, vierhundert Schritt vom Wasser entfernt. Und unten an der Bucht sitzt ein zehnjähriger Junge und summt eine Melodie, die er unmöglich kennen kann, und auf die Frage, woher er sie habe, antwortet er: „Von den Männern im Boot.“ Dann treibt an einem Morgen im November zwischen dem Tang eine junge Frau an, die Deutsch spricht — der erste Mensch seit zwei Jahren, mit dem Hanna in ihrer eigenen Sprache reden kann. Emily Rahn hat eine Scheibe im Rucksack, acht von neun Zeichen glimmen noch, und sie will nach Hause. Und Hanna muss ihr erklären, was ein solches Ding wirklich ist: kein Tor und kein Schlüssel, sondern ein Weg mit gezählten Schritten. Neun Runen, neun Male. Zielen kann damit niemand. Es gibt einen Mann an dieser Küste, der acht davon ausgegeben hat — und er ist immer noch hier. Und draußen im Nebel fährt ein Schiff herein. Es kommt jedes Mal ein Stück weiter als beim letzten Mal, und es legt nie an, und die alten Leute an dieser Küste haben dafür seit dreihundert Jahren denselben Satz: „Es kommt herein und es kommt nicht an.“